„Schokolade ist das neue Schwarz“ und 3 weitere Herbsttrends für diese Saison

Chiara Saibene Falsirollo

Ich muss ehrlich sein: Jedes Jahr im September rede ich mir ein, dass ich dieses Mal endlich die perfekte Herbstgarderobe zusammenstelle – eine Capsule Wardrobe aus wenigen, klugen Key-Pieces, stimmigen Farbpaletten und fertig durchdachten Kombinationen. Praktisch der Kleiderschrank einer Frau, die vor einem Berg von Anziehsachen noch nie den Satz „Ich habe absolut nichts zum Anziehen“ gesagt hat. Und dann kommen die neuen Kollektionen, ich sehe einen Animal-Print, eine strukturierte Lederjacke, und alle meine minimalistischen Vorsätze verabschieden sich höflich.

Die gute Nachricht ist: Vielleicht müssen wir uns dieses Jahr gar nicht entscheiden. Die Trends, die man diesen Herbst im Blick behalten sollte, sind zwar vielfältig – von Animal-Prints bis hin zu Karo-Mustern –, aber sie sprechen alle dieselbe Farbsprache: Braun. Läuft es etwa Gefahr, das neue Schwarz zu werden? Für so endgültige Aussagen ist es vielleicht noch zu früh, aber die Konkurrenz ist definitiv spürbar. Schauen wir uns also gemeinsam an, wie wir die drei Haupttrends des Herbstes tragen, ohne auszusehen, als kämen wir gerade von einer Safari, wärend auf dem Weg zum Rodeo oder in die Sofadecke eingewickelt

Animal-Print im Herbst-Modus

Starten wir mit dem Trend, der keine halben Sachen kennt: Animal-Print. Die einen betrachten ihn als neutrale Basis, die anderen beäugen ihn immer noch mit demselben Misstrauen wie Nachrichten, die mit „Hey, kann ich dich mal was fragen?“ beginnen. Ich habe ihn besonders dann schätzen gelernt, wenn sich das Muster zwischen Braun, Schwarz und Beige bewegt – eine Palette, die sich extrem leicht kombinieren lässt, selbst für alle, die sonst nur Unifarben tragen.

 

Das Geheimnis, um sich nicht überfordert zu fühlen: Wählen Sie ein einzelnes Statement-Teil und tasten Sie sich langsam heran. Setzen Sie auf eine bedruckte Bluse unter einem schokoladenbraunen Blazer oder auf ein kleineres Detail wie einen weichen Kragen, der einen hellen Mantel sofort aufwertet. Und wenn Sie bereit für das Fortgeschrittenen-Level sind, versuchen Sie, zwei verschiedene Animal-Prints zu mixen – solange sie aus derselben Farbfamilie stammen. Das Ergebnis funktioniert genau deshalb, weil die warmen Töne den Look zusammenhalten und ihn gewollt wirken lassen, statt nach Fünf-Minuten-Panik vor dem Rausgehen.

Karo-Muster: Die Geometrie, die Ordnung bringt

Nach dem wilden Instinkt des Animal-Prints folgt die Präzision des Karomusters. Tartan, Glencheck, Hahnentritt, Prince of Wales: Wir könnten stundenlang über die Unterschiede diskutieren, aber der Punkt ist: Geometrische Muster erobern diesen Herbst wieder Jacken, Hosen und Anzüge. Und nein, man muss sich dafür nicht in die Hauptdarstellerin einer Serie verwandeln, die in einem englischen Internat spielt.

 

Um Karo-Muster modern zu stylen, vergessen Sie für einen Moment zu steife Kombinationen und spielen Sie stattdessen mit Proportionen. Ein karierter Blazer sieht großartig über einem leichten Midi-Rock aus, während eine Karo-Hose durch einen weichen Strickpullover, Slipper und ein Accessoire mit prägnanter Textur aufgelockert werden kann.

 

Die Idee dahinter ist, einem klassischen Muster die Strenge des „Montagmorgen-Meetings“ zu nehmen, ohne auf seine natürliche Eleganz zu verzichten. Auch hier dient Braun als Bindeglied: Wählen Sie Karos in Tabak-, Beige- und Schokoladentönen und kombinieren Sie dazu Teile aus derselben Farbfamilie.

Leder und Suede: Braun wird spürbar

Schließlich gibt es da noch Leder – oder vielmehr diese ganze Welt an Texturen von Glattleder bis Rauleder (Suede) –, die in dieser Saison beschlossen hat, unsere Garderobe von morgens bis abends zu erobern. Das Schlüsselteil bleibt die Jacke: In Cognac- oder Cognacbraun, mit weicher Linienführung und leichtem Retro-Touch, besitzt sie die Superkraft, selbst die einfachste Kombination der Welt – weiße Bluse plus Hose – sofort aufregend zu machen.

 

Der Trick liegt darin, verschiedene Oberflächen zu mixen: glänzendes Leder mit weichem Strick, Rauleder mit weißer Baumwolle, Zartbitterschokolade mit senfgelben Details. Genau dieses Zusammenspiel unterschiedlicher Materialien verleiht einer monochremen Palette Tiefe und zeigt, dass Sie das Outfit absolut genau so geplant hatten.

Ist Schokolade wirklich das neue Schwarz?

Das Schöne an diesen drei Trends ist am Ende, dass sie nicht verlangen, den ganzen Kleiderschrank zu revolutionieren. Sie laden uns lediglich dazu ein, Stücke, die wir wahrscheinlich schon besitzen, mit neuen Augen zu sehen. Eine Karo-Jacke, eine Animal-Print-Bluse oder eine Lederhose können natürlich für sich stehen, aber sie werden unendlich viel interessanter, wenn wir sie über die verschiedenen Nuancen von Braun miteinander verbinden.

 

Also ja: Geben wir Schokoladenbraun diesen Herbst eine Chance – auch außerhalb der Naschschublade. Aber denken wir daran, dass Mode vor allem Spaß machen sollte, anstatt uns vor dem Kleiderschrank in eine Krise zu stürzen. Was Schwarz angeht: Ich weiß nicht, ob es wirklich Zeit für den Ruhestand ist… aber an seiner Stelle würde ich anfangen, mir ein wenig Sorgen zu machen.